Konflikt - kurz

Sehr geehrter Besucher,
lieber Arztkollege,


die Ärztevereinigungen Bund Katholischer Ärzte, European Pro-Life Doctors und die AGH-Ärztegruppe Hirntod weisen auf die zahlreichen Konflikte hin, die sich bei Vorträgen über Transplantationemdizin im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit auftun.

In einer Umfrage unter ihren Mitgliedern wird nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, wie praktizierende Christen und Lebensrechtsärzte mit den Ungereimtheiten und Problemen seriös und ohne zu verletzen konstruktiv umgehen können und sollen.


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Katechismus

Bei der Vorbereitung des Biberacher Organspendevortrages haben wir über die neue Formulierung von Art. 2299 im Kathol. Katechismus nachgedacht.

Hier fielen uns Ungereimtheiten auf.

Daher sind wir jetzt in einem Konflikt:
Dürfen wir die Aussage des KK mißachten?

21-11-2012  Umfrage 'Konflikt des Arztes / Gläubigen wegen 'Förderung
                    der Organspende durch den Kath. Katechismus  
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Absicht beim Vortrag ...

19.11.2012 Rundmail:
Liebe Kollegen vom AGH, EPLD, BKÄ

kurze + eilige Anfrage wegen Ratschlägen für unseren Vortrag:

'Organtransplantation + Hirntod -
aus ärztlich-christlicher Sicht - ein innerer Konflikt'

Datum: Do., 22.11.2012 um 19 Uhr in Warthausen-Birkenhard bei Biberach

 

Konzept: 
Wir wollen nicht:

- den Abend nicht mit Informationen überladen,
- uns an Skandalen und Mißbräuchen der letzten Zeit 'weiden',
- zu einseitig gelten,
-  niemanden mit unserer Meinung 'totschlagen',

-  auch die Kirche nicht unnötig zu belasten.

 

Aber:
- Fakten bringen,
- Neuigkeiten bringen,
- Hilfreiches bringen, um den Konflikt, den viele Leute haben,  allseits zu 'überleben'
- also keine 'Meinungsschlacht',
- Forderungen stellen an die Christen / Ärzte / Politiker / an den normalen Mitbürger,

- sich auf das Wichtigste beschränken,

 

Konkrete Fragen:

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2. Hirntod-Festellung

2) Kritik an unseren Zweifeln der Hirntodfeststellung:

Antwort auf das Argument ('es sind schon Leute wieder aufgewacht, z.B. in Italien, Spanien'):
In DEUTSCHLAND sei die Hirntod-Feststellung derart seriös und aufwändig und abgesichert, so daß für 'hirntot' erklärte Leute in BRD tatsächlich ganz tot seien und man keine Horror-Nachrichtenaus anderen Ländern beachten brauche.

- Die USA hätten einen andere Hirntoddefinition (ohne Stammhirn-Verlust), Deutschland habe die eindeutigste und vollständigste.

- Wegen des Hirndrucks würde sich innerhalb weniger Tage eine Hirnthrombose ausprägen, sodaß im Gehirn überhaupt mehr kein Blut fließe und man ein 'Inneres Verfaulen' (Colliquation) des Gehirns habe (tote Zellen gingen sofort in Nekrose über).

- Die Giftstsoffe des abgestorbenen Gehirns (Autolyse) würden den Körper überschwemmen und damit 'vergiften'.

- ein 'Hirntoter' sei also tatsächlich wie  'guiltoniert', ein Körper ohne Kopf.
- Funktioniert bei solchen ausgeprägten 'Hirntoten' überhaupt noch die Hypophyse?

 

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3. - Lebensdefinition

3Wie gehen wir mit dem Lebensbegriff um?

- Fingernägel wachsen noch 14 Tage,
-  Knorpelzellen leben noch 6 Wochen;
- Ist für uns der Schwanz einer Eidechse, den das Tierchen auf der Flucht abwirft, noch lebendig??

- Also:
Wie unterscheiden sich für uns Hirntodkritiker ein einerseits 'vollkommen Toter' von dem von uns propagierten 'wohl Sterbenden, aber dennoch noch Lebenden'?


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4. Seele ?

4)  Thema "Seele": Niemand könne sagen, wie lange die Seele im Körper ist. Was sagen wir Hirntodkritiker und christlichen Ärzte? Wie lange ist für uns (Christen) die Seele noch im Körper? Alles nur diffus und Ansichtssache??

 

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5. Störung des Sterbeprozesses

5)  Thema "Störung des Sterbeprozesses":

- Z.B. bei vergeblicher Reanimation eines schon vor Minuten Verstorbenen ('soziale Reanimation' bei kl. Kindern),

- bei der Organentnahme von für 'hirntot' erklärten beatmeten Patienten und Mitmenschen?

Sind diese Sterbende oder noch Lebende?

 

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6. Konflikte mit der Kirche

6)  Konflikte mit der Kirche:

a) Der Kath. Kathechismus ist ('klamm-heimlich') 1997 verändert worden!

1993 hieß es unter KK 2299:

 

Version von 1993:

2296 Organverpflanzung ist sittlich unannehmbar, wenn der Spender oder die für ihn Verantwortlichen nicht im vollen Wissen ihre Zustimmung gegeben haben.
Sie entspricht hingegen dem sittlichen Gesetz und
kann sogar verdienstvoll sein, wenn die physischen und psychischen Gefahren und Risiken, die der Spender eingeht, dem Nutzen, der beim Empfänger zu erwarten ist, entsprechen.

Die Invalidität oder den Tod eines Menschen direkt herbeizuführen, ist selbst dann sittlich unzulässig, wenn es dazu dient, den Tod anderer Menschen hinauszuzögern.


Ab 1997 heißt die Stelle:

Version von 1997:

 

2296 Die Organverpflanzung entspricht dem sittlichen Gesetz, wenn die physischen und psychischen Gefahren und Risiken, die der Spender eingeht, dem Nutzen, der beim Empfänger zu erwarten ist, entsprechen.

Die Organspende nach dem Tod ist eine edle und verdienstvolle Tat, sie soll als Ausdruck großherziger Solidarität gefördert werden.

Sie ist sittlich unannehmbar, wenn der Spender oder die für ihn Verantwortlichen nicht ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben haben.

Zudem ist es sittlich unzulässig, die Invalidität oder den Tod eines Menschen direkt herbeizuführen, selbst wenn dadurch der Tod anderer Menschen hinausgezögert würde.

 

Pikante Frage:
Wie sollen wir Prolifer, Ärzte, katholischen Christen mit diesem Konflikt und der Weigerung (Organspende zu fördern) umgehen?

Und dürfen wir es zulassen, auf eine 'ausdrückliche Zustimmung' zu bauen, obwohl wir wissen, daß dieser Mensch damals unter falschen Voraussetzungen ("ganz-tot") dazu gebracht worden ist.

Wir mißachten in diesem Moment den KK!

 

b) Die 'Erklärung der Dt. Kirchen zur Organspende' von 1990 - Revision dringend erforderlich, aber die Kirchen akzeptieren weiterhin das Hirntodmodell.
Gilt dann ein Kritiker dannals  ein 'Protestant'?


Wie gehen wir mit dem Argument 'Nächstenliebe' um, welches ein Weihbischof immer wieder öffentlich betont?

Ist es gut, als Katholik und Christ einen Weihbischof + die Kirchenleitung zu kritisieren?

 

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7. Direkt Betroffene?

7)  Konflikt mit anwesenden, direkt Betroffenen:

a) Besitzer eines eingepflanzten Organs
(wegen unseres Vortrages verunsichert? schlechtes Gewisssen? ihm das Leben nicht gönnen?)

Betroffene können sein:
Eltern, Kinder, langezeit Überlebende -

als Vortragsreferent fühlt man sich hier wie ein Spielverderber!

 

b)  Angehörige, die damals die Erlaubnis gegeben haben, beim Kind / Ehepartner die Organe zu entfernen und die jetzt schockiert sind, zu erfahren, daß diese Angehörigen doch nicht so tot waren, wie ihnen damals eingeredet worden ist.

 

Wir gehen wir diskret und einfühlsam mit diesen Anwesenden um?

(Zu Beginn des Vortrages davor 'warnen' und um Verständnis bitten?)

 

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8) ANTWORTEN

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Schluß

Vielen Dank für Ihr Interesse!

 

gez. Dr.(I) Gero Winkelmann, Leiter des BKÄ

 

INFOS:
1.   Informationsmaterial telefonisch und unter info[at]bkae.org

2. Weitere Infos auf dieser Website unter:
Kurz, aktuell Interesse & Mitarbeit,


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Installation dieser Seite am 19-11-2012, Gedenktag der Hl. Einsabeth v. Ungarn / Thüringen, gw,  last update am 3-12-2014

 

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