Der gutgläubige Arzt - kurz

Sehr geehrter Besucher,
lieber Arztkollege,


der BKÄ, Vereinigung Katholischer Ärzte, hat eine Umfrage unter all seinen Mitgliedern, Psychotherapeuten und Geistlichen gestartet zur Frage, wie sich ein gutgläubiger, barmherziger (christlicher) Arzt gegenüber mißbräuchlichen Forderungen von (süchtigen) Patienten verhalten soll.

Konkret:

Was erwartet GOTT von ihm?

Muß der Arzt sich alles gefallen lassen?

Wie kann er im heutigen Minenfeld ärztlicher Tätigkeit christliche Liebe praktizieren, ohne selber zu einer Gefahr zu werden?

Was hilft dem aufmerksamen, sensiblen, christlichen Arzt?

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Aufruf an die BKÄ-Ärzte

Am 27.6.2013 wurde eine UMFRAGE an ca. 200 Ärztinnen und Ärzte etc. im deutschsprachigen Europa versandt:

Liebe Kolleginnen und Kollegen vom Bund Katholischer Ärzte,

liebe Lourdes-Ärzte, Geistliche, Interessenten, Gäste, Förderer, kath. Journalisten,

 

in einer neuen UMFRAGE möchten wir Sie auf ein aktuelles, fundamentales ärztliches Thema aufmerksam machen und Ihre geschätzte Meinung erfragen:

Es geht um den gutgläubigen, barmherzigen, christlichen Arzt, der (vielleicht) ausgenutzt und damit potentiell zur Gefahr für Patient und Gesellschaft wird.

 

 

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Aktueller Anlaß

Aktueller Bezug:

1)  Zunehmender Fentanyl-Mißbrauch durch Drogenabhängige - bei gutgläubigen Ärzten
(Warnender Artikel von Prof.Dr.med. Felix Tretter, Suchmediziner in M-Haar, am 30.3.2013 in den Münchner Ärztl. Anzeigen vom Ärztl. Kreis- und Bezirksverband München)
Quelle:  http://www.aekbv.de/images/stories/leitartikel/2013/Themaen_aus_MA__776_A_2013_07-7.pdf



2) Kölner Klinikfall, 'verweigerte Hilfe nach Vergewaltigung' + übersteigerte, fehlleitende Reaktion des Kölner Ordinariats und der Dt. Bischofskonferenz
(Freigabe von der 'Pille danach' in kath. Kliniken nach - angeblicher -  Vergewaltigung, als gelebte ärztliche Barmherzigkeit…)
= Druck der Kirche + Allgemeinheit auf Gynäkologen in Klinik und allgemein!

 


3)  Auch Hausärzte unter Druck (in Großstädten mit kleinen Einzelpraxen):
- Wirtschaftliche Not: 
--  Die (wenigen) Patienten halten zu müssen und nicht vergraulen zu dürfen,
--  daher bei der Rezeptierung 'großzügig' sein


- Gerade jetzt vor der Reisezeit:  
--  Verdeckte Medikamentenwünsche (auch für Angehörige im Ausland!) nicht aufzudecken,
-- 'großzügig' zu verordnen, gerade am Quartalsanfang, wenn die Praxis noch dazu sehr voll ist,
- Wunsch nach Krankschreibung etc.

4)  Auch Bereitschaftsärzte ('Notdienst'  nachts und am Feiertag) sind unter Druck und bedroht (Dr. Winkelmann's eigene Erfahrung!):

- Dringender Wunsch nach Schmerzmittelrezept
(z.B am Freitag Abend, kein Hausarzt mehr da,

cave des späteren Eintauschens von verordnetem Tramadol gegen harte Mittel = Beschaffungskriminalität mit ärztlicher Hilfe)


- Dringender Wunsch nach der 'Pille danach' (die meisten Ärzte verordnen lax, sofort, ohne jegliche Untersuchung!)

 

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Anfrage wegen des konkreten Umgangs

Konkrete Frage:

Wie geht ein Arzt - in Praxis und Klinik - mit diesen Problemen und dem großen, inneren KONFLIKT um,

- als praktizierender Christ,

 -als gutgläubiger Arzt,

- als barmherziger Arzt,

- als vertrauensvoller Arzt, der nicht immer mit Mißbrauch rechnet,

- als milder, lieber Arzt, der Ärger vermeiden will,

- mit latentem 'Helfer Syndrom'  (wie z.B. der Kölner Oberhirte, der einfach nur helfen wollte und nicht verstehen konnte, daß 'Hilfe' manchmal eben nicht möglich ist und geleistet werden darf)?

- im ärztlichen Notdienst nachts und an Wochenende (mit sofortigem Handlungszwang, kein Delegieren oder Abwimmeln möglich)?

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Vom Umgang mit Vorwürfen

Wie geht er mit dem im Raum stehenden, inneren Vorwurf um: - Nicht barmherzig oder 'falsch-barmherzig' zu sein, ('Mäntelchen der Liebe und Barmherzigkeit' - und dabei etwas Falsches zu tun. 'Gut gemeint - aber schlecht gemacht'),

- grundsätzlich und hier konkret mißtrauisch zu sein,

(also dem Patienten nicht ganz offen und hilfsbereit gegenüber zu treten und gar nicht irgendwelche 'Fallen' zu erwarten. -
Das kann in einer vollen Sprechstunde, bei Streß, und in einer Notsituation gefährlich werden, für beide Teile!)

- "Ich war krank und du hast mir nicht geholfen!",

-  dem Druck durch den Patienten und die Situation nicht zu widerstehen,
-  durch seine permissive Haltung zu schaden (z.B. Schmerzmittel zu verschreiben), und damit eine Gefahr für Patient und Gesellschaft zu sein?

 

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Fragen:

1) - Wie erkennen wir in solch einer Konfliktsituation:


-- Was will GOTT von uns Ärzten in dieser schwierigen Situation,
    daß wir uns korrekt verhalten?


-- Was sagt GOTT zu uns?
    Die Lehre der Kirche?


-- Will GOTT unseren Widerstand überhaupt (incl. Mißtrauen)?


-- Wie stärkt uns GOTT (wenn wir widerstehen und ablehnen und den Zorn des Pat. ertragen müssen) ?

- Wie können wir in der LIEBE Gott-wohlgefällig sein und unseren Auftrag richtig erfüllen (als Arzt und Christ)?

(Ist in dieser unguten Situation dieser fordernde (süchtige) Patient immer noch als 'leidender Christus' zu sehen?)

2) - Wie gehen wir (bei Ablehnung) mit dem Unverständnis / Groll / Zorn / des Patienten um?


3) Was tun SIE, lieber Kollege / Kollegin / Medizinstudent (!) vor und während schwieriger Situationen? (Gebet, Weihwasser, …)

 

 

Danke für Ihre Überlegungen und hilfreichen Kommentare aus christlich-ärztlicher Sicht für die Kollegen und die Ärzteschaft!

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Antworten:

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Schluß

Vielen Dank für Ihr Interesse! Mit freundlicher Empfehlung
gez. 

Dr. (I) Gero Winkelmann,
(Leiter der BKÄ-Ärztevereinigung)

 

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