Umfrage zu Krankschreibungen - kurz

Sehr geehrter Besucher,
lieber Arztkollege, Zahnarzt, Medizinstudent, Betroffener, ....


die Vereinigung Katholischer Ärzte, BKÄ, hat am 7.10.2016 eine eilige Umfrage unter ihren Mitgliedern und Sympathisanten gestartet, um herauszufinden, wie die Arztkollegen und Mitchristen über die 'massenhaften Krankschreibungen von TUI-Fly-Mitarbeitern' denken.

Ungerechtfertigte Krankschreibungen sind standeswidrig und verstoßen gegen die ärztliche Moral und Ehre.

Als praktizierend christliche Ärzte wenden sich die BKÄ-Ärzte an die Ärzteschaft, Medien, Gesellschaft und an die Reiseveranstalter und fordern, daß ÄRZTE nicht in einen Arbeitskampf involviert werden.

Nachstehend die Umfrage Nr. 11-2016 und die eintreffenden Antworten.

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Einführung zur Umfrage Nr. 11-2016 zur massenweisen Krankschreibung

Titel:
BKÄ-Ärzte aus München - Anfrage wegen 'massenhafter Krankschreibungen' von TUI-Fly-Mitarbeitern - Sind solche AU's rechtens, moralisch und ärztlich gerechtfertigt? -

Ärztlicher Protest gegen solches Verhalten. Dürfen / sollten sich ÄRZTE WEIGERN, sich derart einspannen zu lassen?


Sehr geehrte, liebe Arztkollegen in Deutschland,
(auch nicht-katholische),
sehr geehrte Funktions- und Verantwortungsträger,

insbesondere der ärztlichen Selbstverwaltung,
,
sehr geehrte Gesundheitspolitiker und Journalisten,  

als Arzt schäme ich mich zu hören von den Medien, daß ÄRZTE massenweise Mitarbeiter der Fluggellschaft TUI-Fly krankschreiben, ohne daß diese wirklich krank sind.
Ist so etwas ärztliches Tun?
Wo bleiben die ärztliche Moral und Ehre?
Und die Medien tuten laut, niemand stellt dieses ärztliche Tun in Frage; ich fühle mich dabei sehr unwohl als Mitglied dieses Berufsstandes.
Was ist Ihre Meinung, Ihr Gefühl als (christlicher) Arzt?

Nachstehend unsere heutige UMFRAGE unter unseren ca. 250 (katholischen) Ärzten des Bund Katholischer Ärzte.

Vielen Dank für Ihre Kenntnisnahme und eventuelle Mithilfe.
gez.

Dr.(I) Gero Winkelmann, Jg. 1954
Prakt. Arzt, Bereitschaftsarzt
82008 Unterhaching b. München

Tel. 089 - 6150 1717

 

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Anschreiben an Behörden, Institutionen, Gewerkschaften

10-10-2016

Guten Tag aus München,

sehr geehrte Damen und Herren Verantwortliche
von Krankenkassen, Ärztekammer (NdS), Ärzteverbänden, Gewerkschaften, verärgerte Fluggäste, Rechtsanwälte, Politiker, …
sehr geehrte Arztkolleginnen und -kollegen,

es geht um die plötzlichen
'massenhaften Krankschreibungen' für Mitarbeiter von Tuifly im Rahmen des Tuifly-'Streiks', die kürzlich von (Haus-) Ärzten ausgestellt worden sind.

Als Vereinigung katholischer Ärzte stellen wir fest, daß dadurch viele Ärzte indirekt (oder doch direkt?) beteiligt waren und wurden.

Diese ärztlichen Krankschreibungen wurden in den letzten Tagen vielfach einer breiten Öffentlichkeit auch so mitgeteilt - ohne jeglichen Protest seitens kritischer Medien und der Ärzteschaft.
Und dadurch wurde das Bild des Arztes massiv geschädigt!

Dies hat uns veranlasst, eine spontane Umfrage unter (katholischen) ÄRZTEN wegen dieser 'massenweisen Krankschreibungen' auszusenden. ('Ärzte mitschuldig am Flugstreik?') Kurz: Meine Kollegen und ich sind gar nicht einverstanden mit den ungerechtfertigten Krankschreibungen und auch mit deren Akzeptanz durch die permissiven Medien und die Arbeitswelt. Derartige 'Krankschreibungen' empfinden wir als einen Angriff auf die Moral und die Ehre der Ärzteschaft. (Mitarbeiter benutzen ihren Arzt zum Arbeitskampf. Der Arzt in seiner Praxis kann sich kaum wehren und wird zum Spielball von Arbeitnehmern und Medien.) ('Wenn es dir nicht passt, geh zum Arzt und lass dich krankschreiben…').

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Alle guten Wünsche und freundliche Grüße aus München

gez.
Dr.(I) Gero Winkelmann

Prakt. Arzt,
Leiter des Bund Katholischer Ärzte BKÄ
82008 Unterhaching
www.bkae.org

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Umfrage Nr. 11-2016

 UMFRAGE Nr. 11-2016  unter katholischen Ärzten


Angesichts des TUI-Fly-Mitarbeiterprotests:

'Massenweise Krankschreibungen?'

                                                                                                                7-10-2016, gw


Sehr geehrte, liebe katholische Arztkollegen in Deutschland,


seit kurzem fällt der Flugverkehr von TUI-Fly fast gänzlich aus, weil deren Mitarbeiter sich aus Protest 'massenweise krankgemeldet' haben

ABER:             
ÄRZTE schreiben – ungerechtfertigt! – krank.

        
 
Frage:  
Wie sehen Sie als kath. Arzt dieses Verhalten von Kollegen?

-  Gerechtfertigt?
-  Sollen (christliche) Ärzte ein falsches Zeugnis geben (dürfen)?
-  Machen sich diese Mediziner schuldig?
Auch mitschuldig an den vielen Urlaubsreisenden, die jetzt festsitzen oder nicht transportiert werden?
-  Bild und Funktion des ARZTES werden mißbraucht und geschädigt,  
   der ARZT wird eingespannt in einen Protest,
- darf / soll sich ein Vertragsarzt weigern, derartige Atteste auszustellen?
Gibt der Arzt ein schlechtes Beispiel und lädt darüberhinaus künftige Blaumacher / Streikende / Gesetzesbrecher ein, sich mit seiner Hilfe so eben mal 'krank schreiben' zu lassen?

 

Vielen Dank  für Ihre Antwort, Ihren Rat, Ihre Mithilfe bei der kathol. Ärztearbeit!
Freundliche Herbstgrüße aus München

 

 

                          (Dr. Gero Winkelmann, Leiter des BKÄ)
*
(Als Protest gegen die Zusammenlegung der Flug-Sparten von TUI mit Air Berlin.)

BKÄ - Bund Katholischer Ärzte Deutschland, Ärzteinitiative, Truderinger-Str. 53 D-82008 Unterhaching, 089 – 61 50 17-17, F,–18, www.bkae.org ; info[at]bkae.org

 

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Umfrage - konkrete Fragen:

Rückmeldung an das BKÄ-Büro,  Fax  089 – 61 50 17 18

Name:  .............................                       
0 Bitte weiter informieren    0  E-Mailadresse:


'ÄRZTE schreiben massenweise krank – beim Protest von TUI-Fly':


1.   Meine Meinung:

2.   Derartige Krankschreibungen gerechtfertigt:      0  Ja       0  Nein

3.   Ich sehe Auswirkungen auf die Ärzteschaft:             0  Nein    0  Ja:   …….

4.  Sollte sich ein Vertragsarzt weigern, solche AU’s auszustellen:  
                                                                                                                  0 Nein             0 Ja: …

5.   Alternativ: 
Wir katholischen BKÄ-ÄRZTE raten vielmehr zu:

6.  BKÄ soll offiziell reagieren (Protest, Statement):      0  Nein      0   Ja.   ::::


Sonstiges:

 

 

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Verzeichnis der ANTWORTEN aus dem BKÄ-Kollegenkreis

Folgende Antworten haben uns nach dem 7.10.2016 erreicht:

1) Rechtfertigung von AU's:

Fast alle Kollegen sagen NEIN!
- Neurologe Lübeck:         Wichtig ist der psychophysische Gesundheitszustand des Patienten
- PsyTh. Regensburg:        Nein
- Nephrologe München:  Nein  (siehe sein Kommentar nächster Abschnitt)
- Zahnarzt, Eifel:                 Nein
- PsyTh. in,  München:       Nein
- Homöopath. Arzt in Obb:   :      Bedingt Nein
                                                       (Der Arzt kann nicht immer die Angaben des Patienten überprüfen (Körperschmerz, Übelkeit, Burnout)
- Allgemeinarzt Würzburg:   Nein
- Allgemeinarzt im Hochschwarzwald:  Nein
- Internist, Landkreis München:    Nein.

 

2)  Auswirkungen auf die Ärzteschaft:
- Neurologe:                      Ja, bei falschen Zeugnissen
-Berliner Arzt:                  Ja, die üblichen Vorurteile
- PsyTh. Regensburg:    Verlust an Glaubwürdigkeit und Achtung!
- Nephrologe München:  JA
- Zahnarzt, Eifel:                 JA:  Ärzte verlieren ihre Glaubwürdigkeit.
                                                               Es ist die Ausstellung eines falschen Zeugnisses.
- PsyTh. in,  München:       JA
- Homöopath. Arzt in Obb:   :             Ja
- Allgemeinarzt Würzburg:                  Viellecht
- Internist, Landkreis München:        Ja, Wiederholungsgefahr

 

3)  Sollte sich ein Arzt weigern, eine AU auszustellen:
Fast alle Kollegen schrieben: JA
- Neurologe:           Ja, wenn keine Erkrankung ersichtlich ist.
- Arzt in Berlin:     Ja, wenn er sich bewußt ist, daß es ein Arbeitskampf sein soll.
                                    Wenn aber jemand kommt und sagt, er habe Kopfschmerzen oder Übelkeit, dann muß ich es Arzt glauben
                                     und krankschreiben.
Nephrologe München:                Ja
 Zahnarzt, Eifel:                                                    JA:
- PsyTh. in,  München:                                       Ja
- Homöopath. Arzt in Obb:   :      Bedingt Ja:     Wenn er eine Simulation feststellt!
--Allgemeinarzt Würzburg:                            JA
- Allgemeinarzt im Hochschwarzwald:     JA
- Internist, Landkreis München:                   JA

 

 

4)  Alternativ-Vorschläge von den kath. BKÄ-Ärzten?
-  Berliner Arzt:                               Zurückhaltung
- Allgemeinarzt Würzburg:      Sich nach (legalen!)  Alternativen umsehen.

 

5)  Offizielles Statement des BKÄ verfassen:
Neurologe:                    - JA:    Die Gewerkschaften müssen vom BKÄ aufgeklärt werden: Bei einer AU, wie in dieser Situation,  
                                             muß der Arzt gut die Beschwerden dokumentieren, die zur AU-Schreibung führen!
                                             Die KV könnte Stichproben machen.
- Berliner Arzt:            NEIN, es gibt wichtigere Dinge.
- PsyTh.Arzt, Regensburg:  JA,
- Nephrologe München:      Nein
- Zahnarzt, Eifel:                      JA:
- PsyTh. in,  München:         Ja
- Allgemeinarzt Würzburg:   Nein
- Allgemeinarzt im Hochschwarzwald:   JA
- Internist, Landkreis München:                  JA

 

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Kommentare + kompakte Antworten

1)     7.10.2016, Ärztin aus Trier:

Ganz kurz:
Als Mensch soll ich mich in meinen Aussagen um Objektivität bemühen, vor allem darum, Wahres zu sagen und  zu dokumentieren.

Mit 'Gefälligkeitsdiagnosen'- verrate ich als Arzt meinen bürgerlichen und zwischenmenschlichen Auftrag, zumal ich bei dem angesprochenen gegenwärtigen Problem andere Menschen - nämlich die hintergangenen Fluggäste - vermutlich schädige,  von den gesellschaftlichen Schäden will ich erst gar nicht sprechen. -  Herzlich grüßt  Dr. M.

 

2)   8.10.2016, aus Regensburg:
Diese Bescheinigungen sind ein SKANDAL: Sie stellen eine Verletzung von Berufspflichten dar! 

Es handelt sich strafrechtlich um Falschbeurkundigungen.
Verstoß gegen § 278 StGB!
Gegen die beteiligten Ärzte ist ein berufsrechtliches Verfahren einzuleiten!

 

4) 7-10-2016 Allgemeinärztin Lkrs. München:
Ich sehe das so:  Die Mitarbeiter haben sich krank gemeldet. Für den ersten Tag brauchen sie keine Krankmeldung ...

5)  8-10-2017, Zahnarzt aus der Eifel:
a)  Generell:  Die Ärzte haben massiv in den Kampf Unternehmen gegen Angestellte zu Lasten der Reisenden eingegriffen,
b) Auswirkungen auf die Ärzteschaft:
     JA:  Ärzte verlieren ihre Glaubwürdigkeit. Es ist die Ausstellung eines falschen Zeugnisses.

M.E. hätte der Medizinische Dienst kontrollieren müssen.
Die Gefälligkeitsbescheinigungen sind nicht nur ein moralisches, sondern auch ein Rechtsproblem.

 6) - PsyTh. in,  München:
- In diesem Fall, in dem es weder um seelische noch um körperliche Probleme geht: KEINE Krankschreibung.

- Am besten Appelle an die ETHIK des Arztberufes stellen: Nicht unbedingt  (nur) an die christliche Einstellung - mit der ethischen Einstellung kann sich wohl JEDER ARZT identifizieren.


7)  10.10. , Internist aus Unna, NRW:
Als evang. Mitglied im BKÄ bin ich empört. 
Jetzt hat die Öffentlichkeit endlich den Beweis, dass die Ärzte je nach Gutdünken zu Paktiererei und Gefälligkeitsattesten neigen.
Berufsrechtliche Konsequenzen müssen die Ärztekammern unverzüglich einleiten.
Sonst dürfte unser Ruf für immer dahin sein, ehrliche Anwälte unserer Patienten zu sein.
Leiten die Ärztekammern nun immer noch keine Maßnahmen ein, setzen auch sie sich dem Verdacht der Kumpanei aus - ein nie wieder gut zu machender Schaden. -  Dr. G.

8)   10.10., Dipl. Ing aus Hamburg (BKÄ-Laie):
Danke, das ging mir auch durch den Kopf!

9)  Internistin i.R. aus Osnabrück:
Ich finde es unethisch!
Als ehemals Niedergelassene weiss  ich aber, dass Patienten Symptome vortãuschen  (z.B. Rückenschmerz )und dem Arzt die wahren Gründe der geforderten Krankschreibung nicht mitteilen.   Gruss Dr  G.


10)   10-10-2016 : Rechtsanwalt aus Wilhelmshaven:

.... sehr interessant! Vielen Dank für die Info.
Ich sehe aber in der Tat nicht die Ärzte am Pranger, denn wie ein Kollege von Ihnen schreibt: Soll er einen Piloten, der sich meldet, nicht krank schreiben (und dann so etwas wie beim Germanwings-Selbstmord riskieren ...).
Am Pranger steht m.E. zurecht das schlechte Management von TUI ...
Viele Grüße  Prof. Dr. Torsten Kirstges
Direktor des Instituts für innovative Tourismus- und Freizeitwirtschaft (ITF) am Fachbereich Wirtschaft der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven
www.itf-whv.de

 

11)  Leiter der Christliche Kooperationsbörse,  Oberhausen:

Sehr geehrter Herr Dr. Winkelmann, ich freue mich sehr über ihre Aussage.
Sie wirkt wie die eines Rufers in der Wüste 
auf mich.
Auch ich war schockiert mit welcher Selbstverständlichkeit die Arbeitnehmer-vertreterin davon sprach, dass man es hier ja mit schweren seelischen Belastungen zu tun habe.
Ungeheuerlich dieser Vorgang und ungeheuerlich, dass die Ärzte da mitspielen.
Und Moderation und Öffentlichkeit nehmen überhaupt keinen Anstoß daran.

Könnte dies möglicherweise daran liegen, dass die „Krankschreibung“ auch schon in breiten Teilen zu einem Instrument verkommen ist, mal eine Pause von der Arbeit einzulegen?

Ich wäre stolz Ärzte ihrer Art in unserem Netzwerk versammelt zu wissen. Wir haben übrigens die offizielle Erlaubnis der Nordrhein-Westfälischen Ärztekammer, dass alle Ärzte in unserem Netzwerk werblich vertreten sein dürfen.
Frank Brandenberg, Geschäftsführer, Christliche Kooperationsbörse GmbH
www.christliche-kooperationsboerse.deTel. 02225 7043787

 

12)   Med.Direktor, Amtsarzt i.R. aus Baden-Württemberg:

Lieber Kollege Winkelmann,
Korruption beginne dort, wo ein Arzt seinen Patienten frage, wie lange er krank geschrieben sein wolle.
Das sagte ein Richter vor vielen Jahren.

Auch eine simple ärztliche Krankschreibung stellt ein ärztliches Gutachten dar.
Neben einer zutreffenden Diagnose muss eine adäquate Therapie ggf. abgesichert durch eine Krankschreibung erfolgen.

Die Solidargemeinschaft der Krankenversicherten in Gestalt der Krankenkassen ist nicht zur Plünderung freigegeben. Rechtlich ist vieles im umfangreichen SGB V geregelt.

In der Realität werden die Ärzte einen Missbrauch nicht ausschließen können. Wer über anhaltende, heftige Kopfschmerzen klagt wird nicht zu wiederlegen sein.

Krankschreiber unter den Ärzten gehören nach meiner Erfahrung eher zu den sich mühsam ernährenden Kollegen an.

Auch eine falsch bestätigte Verhandlungsunfähigkeit ist strafbar.
Prof. Spann in München wusste dazu einige Geschichten zu erzählen. - Dr. J.

 

13) 14.10.2016:  - Allgemeinarzt im Hochschwarzwald: 
Egal, ob katholisch oder Atheist - derartige Krankschreibungen gehen nicht.
Entweder
betrügt der Patient oder der Arzt oder beide!

14)  24.10-.2016, 
Internist, Landkreis München:   
Unmoralischer Mißbrauch einer AU im großen Stil

 

 

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Verständnisvolle, nachdenkliche Stimmen zur AU

1) 3)  8.10.2016, Nephrologe aus München:


Zu Frage 2 (Rechtfertigung):
a) Das Problem ist nur - wenn ein Pilot zu mir kommt und sagt, ihm sei übel, er habe Kopfweh, ihm sei schwindelig, oder er sei traurig oder er habe Augenflimmern:
Verweigere ich ihm die AU (Krankmeldung) und riskiere, daß er dann beim Flug doch nicht fit ist??

b)  Sicherlich nicht wissentlich Krankschreiben aus Bequemlichkeit oder um politisch Druck zu machen,
aber auch nicht aus Vorsicht, um nicht evtl.  an einer Katastrophe schuld zu sein??


2)   8-10-2016,    Allg.Arzt und Notdienstarzt aus dem Landkreis München:

Lieber Herr Kollege Winkelmann, sehr geehrte Damen und Herren,
immer wieder kommen PatientInnen in die Praxis und klagen über schlechte/ungerechte Arbeitsbedingungen.
Manchen ist gerade gekündigt worden.

Wann sind diese Menschen krank? Wenn sie schlecht schlafen, sich um die Zukunft sorgen?

Dies ist immer ein großes Problem. Ich selbst war in 8 Jahren angestellter Tätigkeit 2 Tage AU…

 Wie würden wir handeln, wenn der o.g. Patient erzählt, er habe in der vergangenen Nacht 3x erbrochen und 4x Durchfall gehabt - auch wenn er nicht den sehr kranken Eindruck macht. Arbeiten lassen? 2 Tage AU???
Oder die Schülerin, die wieder mal „Migräne“ hat???

 Was sollen wir mit dem ehrlichen, aber vielleicht wirklich besorgten, Schlafgestörten machen?
Als Pilot: Sicher AU.    Als Büroarbeiter: ???

 Das ist immer schwierig und wird es bleiben.
Ich war anfangs sehr stringent, habe aber jetzt mehr Verständnis für den Patienten.
Nicht Jeder ist so taff (oder dumm?) wie ich und arbeitet mit 38,5 Grad im Nachtdienst.
Darüber hinaus erhält der Patient natürlich vom Nachbarn (Arzt)  seine AU (das war aber nie ein Kriterium für mich).

 Die Kriterien für eine AU sind halt nicht so klar zu fassen wie bei der Geschwindigkeitsüberschreitung im Autoverkehr.

 Ich denke, die krankschreibenden Ärzte haben richtig gehandelt, zumal möglicherweise ein Teil der „Patienten“ nicht die Wahrheit gesagt hatte.  -  Freundliche Grüße Dr. K.

 

 

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Korrekte AU: Forderungen der Ärzte

Forderung der BKÄ-Ärzte in Sachen Krankschreibungen:

Gerade als christliche Ärzte ('Du sollst kein falsches Zeugnis geben') möchten wir alle beteiligen Institutionen (Kassen, Ärzteschaft, Arbeitnehmer, Medien, Politiker) auffordern und ermutigen:

- das
System der Krankschreibungen zu überdenken und sicherer zu machen,

- ein
klares NEIN zu Mißbrauch von Ärzten und Arbeitsunfähigkeitsschreibung,

-
die Ärzte nicht mehr dem Druck von 'Krankschreiben-Müssens' und andererseits dem Vorwurf der Falschbeurteilung auszusetzen,

- die
Ärzte vielmehr zu schützen und ihnen ermöglichen, eine saubere Berufsethik zu praktizieren,

- ÄRZTE nicht in Streiks oder gar anscheinend illegale Streiks einzubinden und deren Gewissen zu strapazieren, …
- keinen 'Trend zu Krankschreiben im Minutentakt' bei Ärzten tolerieren oder gar forcieren, …

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Schluß

Vielen Dank für Ihr Interesse!

 gez. Dr. (I) Gero Winkelmann


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