BKÄ-Stellungsnahme zur Mundkommunion - kurz

Sehr geehrter Besucher,
 liebe Arztkollegen , Zahnärzte,, Geistliche und Medizinstudenten,

nicht sicher (Aerosole, Kontakt). Basis für diese - für manche herbe, unerwartete Entscheidung  -sind die Ergebnisse der BKÄ-Umfrage Nr. 5-2020 vom Juli 2020 unter Ärzten und Laien des BKÄ. Gerade die potenjtiell kontaminierten Aerosole und die etwaige Ungeschicklichkeit vom Kommunionspender und -Empfangenden sind hygienisch nicht sicher. Daher kann ärztlicherseits keine Entwarnung gegeben werden.

nach oben

Am 19-8-2020 hat das Münchner BKÄ-Büro einen Rundbrief per Mail an alle seine Ärzte und interessierten / besorgten Laien geschickt:


 

Liebe katholische Arztkollegen vom Bund Katholischer Ärzte und Zahnärzte,
geehrter BKÄ-Freundeskreis, verehrte Geistliche, Freunde der Mundkommunion, Mitchristen,….

die Initiative Katholischer Ärzte und Zahnärzte, BKÄ, aus München hat im Juli 2020 eine Umfrageaktion unter ihren Mitgliedern und Freunden gestartet, inwiefern praktizierte Mundkommunion während der Covid-19-Pandemie aus hygienischer Sicht gefährlich sei - oder eben nicht.

Grund waren vermehrte Anfragen aus dem Kollegen- und Katholikenkreis, nachdem Prof. Boscia, Bari, Präsident der AMCI-Ärztevereinigung Italiens die Mundkommunion als weniger gefährlich ansieht als die derzeit angeordnete Handkommunion.
Nachdem 21 österreichische Ärzte sich darauf beriefen, hatte die Österreichische Bischofskonferenz die Mundkommunion wieder zugelassen.

Aus Italien (AMCI, Pof. Boscia)  liegt derzeit noch keine Antwort auf unsere Anfrage von Anfang Juli 2020.

Kurz:  Trotz einiger Euphorie und Sehnsucht von glaubenstreuen Katholiken rät der BKÄ von der Mundkommunion ab.

 

 

 

nach oben

II. Ergebnisse der BKÄ-Umfrage Nr. 5-2020

Ergebnisse, kurze Begründung:

1)  Nur  8 Ärzte und 4 Laien-Mitglieder haben sich uns gegenüber detailliert geäußert.
   (Schade, kein Interesse? Überfordert mit dem Thema? Im Urlaub?)

a)  4 Ärzte praktizieren aus Glaubensgründen die Mundkommunion (in nicht dem Ortsbischof unterstellten kath. Gemeinden)

b)  4 Leute machen Handkommunion, teils mit Deckchen auf der Hand, jemand sogar mit einem silbernen Löffel vor dem Mund.

Leichte Skepsis wird öfters geäußert wegen nicht einhaltbarerer Hygiene (seitens des Spenders, seitens der Gläubigen, kaum jemand hat Erfahrungen und Übung im Austeilen der Mundkommunion.)


c)  Mehrere Leute machen nur noch GESITIGE Kommunion (aus hygienischen, vor allem aber religiösen Gründen).

 

2)  Euphorie herrscht vor (gerade bei den Verfechtern der Mundkommunion), sehr viele - der wenigen, die sich geäußert haben -  sehen keine Gefahren in der Mundkommunion, bzw. negieren sie.

     Zum Hinweis auf alleiniges Bittgebet und Gottvertrauen – wie früher-   statt heutige, qualifizierte Hygiene – NEIN! 
     Wir brauchen beides.  Ora et labora.


3)  Vehemente Meinungen gegen die Handkommunion, es wird auch die unschöne Klage eines deutsch-russischen Weihbischofs zitiert (‚Gummi-Handschuhe, wie Müll...‘)

4)  Das Sich-die-Hände-Desinfizieren des Priesters vor der Austeilung der Hl. Kommunion wird als anstößig, als 'unromantisch' und unpassend gesehen.*

5)  Österreichische Ärzte mit ihrer Petition an deren Bischofskonferenz: Uns erschließt sich nicht deren fachliche Kompetenz und Begründung.

(Auch wir wenigen BKÄ-Ärzte sind keine Hygiene-Fachleute. Aber den BKÄ gibt es als Vereins-ähnliche Ärzteinitiative mit ca. 400 Adressaten seit 2004; dort ist man Umfragen zu aktuellen, auch diffizilen Themen gewohnt.)


Bei allem Verständnis für alle Wünsche aus tiefstem Herzen und bei tiefer Religiosität:

1.  Als BKÄ können wir guten Gewissens KEINE FREIGABE für die Mundkommunion geben.

2.  Wir sehen deutliche Gefahren für eine Kontamination.
(Aerosole beim Ausatmen.)


3.  Als ÄRZTE sind wir nicht nur dem Glauben verpflichtet, sondern vor allem medizinischen Aspekten.
Und auch einer ärztlich-christlichen Mitverantwortung und Sicherheit.

4.   Wir sehen die Situation NÜCHTERN und müssen ebenso im Blick auf eine SICHERHEIT persönliche Ansichten und Wünsche außer Acht lassen, denn es geht letztlich um LEBEN & TOD.
Dies gerade im Hinblick auf die drohende 2.- Corona-Welle und die vielen TOTEN durch Covid-19 in aller Welt.
(Und auch im Blick auf Infektionen nach Gottesdiensten vor Wochen   … )

Daher folgen wir nicht der (uns gezeigten)  EUPHORIE und dem ausgeübten Druck mancher katholischer Mitchristen und auch Arztkollegen – auf Kirche, Kirchenobere, ….


5.  Zum Schluß ein Tipp eines Priesters: Sehen Sie / wir bitte das Wichtigste beim Empfang der hl. Kommunion: JESUS CHRISTUS.
Konzentrieren Sie sich also auf das Wichtigste, nicht auf eine – noch dazu potentiell gefährliche – Form des Empfangs.
Und reden Sie mögliche Gefahren nicht klein, lassen Sie sich den christlichen Glauben nicht stören, versuchen Sie das Beste aus der heutigen Situation zu machen.
Jesus Christus ist bei Ihnen / uns allen – freuen wir uns auf IHN.

 

Wir hoffen, daß Sie vielleicht Verständnis für unsere Haltung haben. Wir verstehen Sie gut in Ihrer Sehnsucht!
(Gerade als praktizierende CHRISTEN dürfen und müssen wir wachsam und sorgsam sein, der Heilige Geist ist bei uns Allen, ER möge uns inspirieren und leiten. Beten wir darum)

Bitte bleiben Sie unserem Anliegen, katholische Ärztearbeit in Deutschland und Osterreich zu leisten, treu und wohl gesonnen.
(Locker gesagt:  Zwei Ärzte – drei Meinungen  -  so ist es halt, seit langer Zeit. Das mögen wir alle wissen und ertragen. Und sich nicht abwenden. Wir können es nicht Allen recht machen…)


Vielen Dank für Ihre Gedanken und Teilnahme an der Umfrage.
Danke auch für all Ihre Überlegungen und Aufmerksamkeit. Lassen Sie sich unseren / Ihren Glauben nicht vermiesen, bleiben Sie an Bord!

Mit allen guten Wünschen und mit freundlichen Grüßen aus München
Ihr

Dr. (I) Gero Winkelmann, Leiter des BKÄ
und Dr. Karl Steudel, Lindau, Stellv. Leiter des BKÄ
Truderinger Str. 53
D-82008 Unterhaching
Tel. ++49 – 89 – 6150 1717

www.bkae.org (mit Sonderseite ‚Mundkommunion‘ und Hygiene im Gottesdienst, Österreich, Priester, …)


PS: 
1)   Und in Sachen kontaminiertes WEIHWASSER:

Tatsächlich sollten wir / die Kirche einmal eine Studie zur Ungefährlichkeit von korrekt zubereitetem und gepflegtem Weihwasser machen.

Aus meiner Beobachtung als Notdienstarzt: In einem kath. Altenheim im Süden Münchens traten immer wieder Fälle von Gastroenteritis auf.
Seit 5 Jahren sind die 2 Weihwasserbecken dieser Kirche abmontiert – jetzt herrscht Ruhe.
Aber mir tut es leid, denn  wissenschaftlich ist die Gefährlichkeit des Weihwassers nicht bewiesen. – Aber wer hat in unserer ökumenischen Zeit noch Interesse an katholischen Werten, Sakramentalien?

Wer von uns ÄRZTEN stünde hinter einer Anfrage an die DBK, einmal wissenschaftlich (hygienisch, epidemiologisch) solch eine offizielle STUDIE zum Weihwasser zu initiieren?


2) Ich möchte anregen, eine NOVENE in Sachen COVID-19-Pandemie und uns wegen des Empfangs der Hl. Kommunion irritierte Gläubige zu formulieren und zu beten!
Vielleicht kann man eine schon existierende Corona-Novene bearbeiten und aktualisieren in unser aller Anliegen (Kommunionempfang)?
Ich danke für Vorschläge und Hinweise. Danke.

3) * Auch die Priester müssen aus juristischen Gründen sauber arbeiten und auch Desinfektionsmittel benutzen.
(Daß diese Desinfektion für Geistliche schädlich sei, ist mir noch nie vorgekommen.
Man muss als professionelle Helfer abends halt Hautpflege betreiben, aber nicht der Seelsorger, der sich nur  3-4x tgl. die Hände mit einem hautpflegenden Desinfektionsmittel die Hände einreibt. –
Also bitte die stinkenden Billig-Desinfektionsmittel aus Brennereien austauschen durch hautfreundliche Mittel!)

nach oben

Schluß

Vielen Dank für Ihr Interesse!
Mit freundlicher Empfehlung
gez. 

Dr. (I) Gero Winkelmann,
(Leiter der BKÄ-Ärztevereinigung)

 

Weitere Infos auf dieser Website unter:
Kurz, aktuell, Empfehlungen, Neue BKÄ-Seiten hier,  Interesse & Mitarbeit,

Zurück zu:    Stellungnahmen,   Öffentlichkeitsarbeit,  Umfragen,  Deutschland, Start, Stichwort
 

Installation dieser Seite am  14-8-2020,  Gedenktag des Hl. Maximilian Kolbe,  last update am 

nach oben