Kritik an Kliniken - kurz
Sehr geehrter Besucher,
lieber Arztkollege, Medizinstudent, Leitender Klinikarzt, Verwalter, Geistlicher,
die Vereinigung Katholischer Ärzte, BKÄ, nimmt die erschreckenden Ergbenisse einer Umfrage von Chef- und Oberärzten "Wohin ein Chefarzt wechseln würde" (veöffentlicht im Deutschen Ärzteblatt) zum Anlaß, die massiven Vorwürfe zu erfassen, zu analysieren und zu werten.
Aus ärztlich-christlich-katholischer Sicht ist zu überlegen und anzustreben, die beklagte Situation zu verbessern.
Dies jedoch nicht auf Kosten der Wahrheit und einem Anbiedern an den Zeitgeist.
Vorgang: DÄ-Artikel + Ergebnisse
In einem BKÄ-Lesebrief ans das Deutsche Ärzteblatt am 27.8.2014 (mehr) heißt es:
Betr.: Leserbrief zum Artikel im DÄ Heft 27-28 vom 7.Juli 2014:
'Wohin ein Chefarzt wechseln würde'
Hier: Widerspruch zum Umfrage-Ergebnis:
Konfessionelle Kliniken stoßen ab wegen 'negativer Moralvor-
stellungen und christlicher Werte'?
In der Studie der Personalberatung R. Mummert und der Universität Freiburg kommen – für uns christliche Ärzte – schockierende Ergebnisse zum Vorschein:
"… schneiden die konfessionellen Kliniken in puncto moralische Vorgaben negativ ab. Daß christliche Werte im negativen Sinn den Arbeitsalltag bestimmen, wird am ehesten in konfessionellen Häusern vermutet.".
Dem Bund Katholischer Ärzte (www.bkae.org) stellt sich jetzt die Frage, was die eigentlichen Gründe für die Ablehnung (!) christlicher Werte und moralischer Vorgaben sind.
Ist es nur der geringere Lohn und muß man einen Teil der heutigen leitenden (!) Ärzte (!) mehrheitlich für Abtreibung, Euthanasie, IVF usw. sehen?
Was genau sollten die kritisierten Kliniken und die christlich orientierte Ärzteschaft besser machen?
Oder braucht es überhaupt noch 'konfessionelle' Kliniken, Werte, ärztliche Ethik, Moral…?
Was darf man dann von heutigen Klinikärzten erwarten?
Wieviele sind von diesen inzwischen vielleicht – nach Hufeland - sogar 'zum gefährlichsten Mann im Staate' geworden?
Brief an konfessionelle Klinikträger
Am 29.8.2014 hat der BKÄ einer Reihe von Klinikträger-Vereinigungen und evangelischen / katholischen Kliniken folgendes Fax gesandt: (mehr)
An
Konfessionelle Krankenhäuser + Klinikorganisationen,
z.B. Caritas, Diakonie, ….
+ Ethik-Kommissionen der Ärztl. Standesorganisationen
- Direktion, Vorstand, Chefärzte, Ärzteschaft, Geistliche Leitung -
Betr.: Gravierende Vorwürfe an konfessionelle Kliniken in einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt Heft 27-28 vom 7. Juli 2014:
'Wohin ein Chefarzt wechseln würde':
Widerspruch zum und Klärung des Umfrage-Ergebnis gefordert:
"Konfessionelle Kliniken stoßen ab wegen 'negativer Moralvorstellungen und im Arbeitsalltag hinderlicher christlicher Werte'?"
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrte Verantwortliche, liebe Arztkollegen und Geistliche,
wir möchten Sie mit diesem eiligen Rundschreiben aufmerksam machen:
a) Auf ein unglaubliches Umfrage-Ergebnis unter Chefärzten:
In der Studie der Personalberatung R. Mummert und der Universität Freiburg kommen – für uns christliche Ärzte – schockierende Ergebnisse zum Vorschein:
"… schneiden die konfessionellen Kliniken in puncto moralische Vorgaben negativ ab.
Daß christliche Werte im negativen Sinn den
Arbeitsalltag bestimmen, wird am ehesten in konfessionellen Häusern
vermutet."
b) Auf die Notwendigkeit, genauer nachzufragen, um die konkreten mo-
ralischen, ärztlichen und organisatorischen Gründe herauszufinden,
c) auf unser Interesse an einer Zusammenarbeit / Information, zumal
unserer Ärztevereinigung gerne Kontakte zu konfess. Kliniken pflegt.
Vielen Dank für Ihr Interesse, die Weiterleitung und künftige Kontakte.
Mit allen guten Wünschen und freundlichen Grüßen aus München
(Dr. (I) Gero Winkelmann, Leiter des BKÄ)
Gründe für die Chefärzte-Kritik?
1. Was genau ist so unattraktiv oder gar abstoßend (!) in konfessionellen
Kliniken?
2. Was soll man verstehen unter:
- ‘Negativen. Moralvorstellungen?
- dem Negativen an ‚christlichen Werten‘?
- ‚hinderlichen christlichen Werten im Arbeitsalltag‘?
3. Welche Gefahren drohen jetzt den Kliniken, der Medizin und Gesellschaft?
Warum kommt die 'Frohe Botschaft' bei diesen Akademikern und Kollegen nicht mehr an?
Wieviele von ihnen werden - nach Hufeland – 'zum gefährlichsten Mann im Staate'?
4. Wie sollen wir dieses Ergebnis werten, welche Konsequenzen für uns:
- christlichen Ärzte, Christen allgemein,
- die Kirche, die Lehre der Kirche,
- die konfessionellen Häuser,
- die jungen Ärzte (bei solchen 'Vorbildern' von Chefs),
- die (christlichen) Medizinstudenten,
- für den (christlichen) vertrauensvollen Patient,
- für die Mitarbeiter, das Personal?
Konsequenzen für konfessionelle Häuser?
5. Und wie kommen insbesondere die konfessionellen Kliniken künftig zu guten Chef- und Oberärzten, die Werte-orientiert sind und nicht vielleicht eher dem Zeitgeist und dem Honorar nachjagen (müssen)? Oder sind diese offensichtlichen, negativen Fakten der Beginn vom Untergang konfessioneller Häuser mit Moral und Ethik? Muß die Kirche hier letztlich irgendwann kapitulieren?
Umfrage: Mögliche Gründe!
In Gesprächen mit BKÄ-Arztkollegen stellen sich als mögliche Gründe für solche negativen Antworten von leitenden Ärzten heraus:
6. Nennung möglicher Ursachen:
a) Weniger Sicherheit in Tarif-Fragen,
weniger Lohn in konfessionellen Kliniken,
b) prinzipiell persönlich anti-kirchliche und anti-religiöse Haltung, …
c) Ehescheidung / Kündigung bei Wiederverheiratung:
= gewisse Einschränkungen in der Freiheit dieser Arztkollegen,
= Belastung durch zusätzliche und typisch Kündigungsgründe bei kirchlichen
Arbeitgebern
d) Liberale Haltung von Ärzten in Sachen Lebensschutz:
- Abtreibung, - Euthanasie,
- Verordnung der ‚Pille danach‘ (Kölner Fall von 2013),
- Verbot von Sterilisationen in Gynäk. Abteilungen*,
- Verbot von Klonen, Präimplantationsdiagnostik, PND zwecks Selektion,
- Ethik (aktuell: z.B. der Umgang mit Organtransplantationen…)
*Sind katholische Kliniken wirklich konsequent?
Oder gibt es hier 'geöffnete Hintertürchen'?
Weitere Reaktionen
Von Kliniken, Vereinigungen und Arztkollegen hat der BKÄ folgende Reaktionen erhalten:
... wohl keine!
Schluß
Vielen Dank für Ihr Interesse! Mit freundlicher Empfehlung
gez.
Dr. (I) Gero Winkelmann,
(Leiter der BKÄ-Ärztevereinigung)
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